Obenliegende Nockenwelle
Die obenliegende Nockenwelle ist ein Bauteil eines Verbrennungsmotors. Sämtliche Teile des Ventiltriebes, wie die Nockenwelle selbst, die Kipphebel oder Schlepphebel und Tassenstößel liegen dabei im Zylinderkopf, oberhalb der Zylinder (von der Kurbelwelle aus betrachtet).
Die englische Bezeichnung für diese Anordnung ist Overhead Camshaft (Abkürzung: OHC). Befinden sich zwei Nockenwellen im Zylinderkopf spricht man von DOHC (Dual oder Double Overhead Camshaft). In diesem Fall entfallen in der Regel die Kipp- bzw. Schlepphebel; die Nocken wirken direkt auf die Stößel. Befinden sich die Kipphebel oberhalb der Nockenwelle, spricht man auch von einem CIH- Motor (Camshaft in Head). Diese Bauart wird jedoch heute nicht mehr verwendet, sie war lange Kennzeichen der großen Vier- und Sechszylinder von Opel seit Ende der 60er Jahre bis Anfang der 1990er (1,5 bis 3,0 Liter Hubraum).
Die obenliegende Nockenwelle bietet aufgrund ihrer geringen für die Ventilbetätigung bewegten Massen die ideale Voraussetzung für hochdrehende Motoren. Heute werden im PKW- und Motorradbereich Motoren durchgehend mit obenliegenden Nockenwellen ausgerüstet.
Die obenliegende Nockenwelle wird bei Automobil- Motoren von einem Zahnriemen oder von einer Kette angetrieben. Bei Motorrädern sind auch Königswellen oder eine Stirnradkaskade üblich. Es wurden auch Nockenwellenantriebe mit Schubstangenpaar ausgeführt (NSU).
Obenliegende Nockenwellen sind bei Rennsportmotoren bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ausgeführt worden. Der Einzug in den Alltagsmotor begann in den 1960er Jahren.