Lenkradsperre
Die Lenkradsperre dient dazu, dass man ein Fahrzeug nicht unbefugt in Betrieb nehmen kann. Dazu wird meist kombiniert mit dem Zündschloss ein Bolzen in die Lenksäule beim Abziehen des Schlüssels hineingeschoben. Meistens rastet der Bolzen bei eingeschlagenen Vorderrädern ein, sodass man nur im Kreis fahren könnte und das Betätigen der Lenkung wird verhindert. Erst beim Verdrehen des Schlüssels wird dieser Bolzen herausgezogen und das Fahrzeug ist lenkbar.
Es ist dies die einfachste und verbreitetste Art einer Wegfahrsperre.
Wegfahrsperre
Wegfahrsperren sind Einrichtungen an Kraftfahrzeugen, die verhindern sollen, dass diese unbefugt in Betrieb genommen werden können.
Mechanische Wegfahrsperre
Mechanische Sperren kommen auf freiwilliger Basis zum Einsatz:
So gibt es einen Stahlstab, der mittels Schloss am Lenkrad so befestigt wird, dass es nicht möglich ist, das Lenkrad zu drehen. Bei einer anderen Möglichkeit wird ein Stahlstab zwischen Lenkrad und einem der Pedale eingespreizt, so dass auch die Pedale nicht betätigt werden können. Diese einfache Methoden sind zwar nicht bedienungsfreundlich, haben aber den Vorteil, dass sie billiger sind und auch leicht sichtbar, so dass eventuelle Diebe gleich abgehalten werden können.
Eine weitere Wegfahrsperre ist die Gangschaltungssperre. Diese wird in der Mittelkonsole fest mit der Karosserie mittels Abrißschrauben befestigt. Die Sperrung erfolgt durch das Einschieben eines Stahlbolzen. Dieser blockiert die Bewegung der Gangschaltung im Rückwärtsgang. Auch Pkw mit Automatikschaltung können so in der Position-P- Parking geschützt werden. Die Sperre ist mit einem vor dem Aufbohren, mit gehärteten Elementen, geschützten Schloss ausgestattet.
Unfreiwillige Wegfahrsperre
Eine ungewollte Wegfahrsperre stellt der so genannte Ventilwächter dar, der den Reifenluftdruck beim Losfahren nach 200 - 500 m völlig zum Entweichen bringt. Diese "Wegfahrsperre" wird von Stadtverwaltungen bzw. Ordungsämtern eingesetzt, um säumige Kunden (Kraftfahrzeugsteuer, Verwarnungsgelder) zum Zahlen aufzufordern. Für solche Zwecke werden auch teilweise Radklammern verwendet, die von der Exekutive über die Räder geklemmt und versperrt werden.
Elektronische Wegfahrsperre
Heutzutage wird mit dem Begriff Wegfahrsperre in den meisten Fällen die gesetzlich vorgeschriebene, elektronische Wegfahrsperre gemeint.
Seit 1. Januar 1998 müssen alle neu zugelassenen Pkw in Deutschland mit einer Wegfahrsperre ausgerüstet sein. Bereits vorher haben Versichernungen Wegfahrsperren gefordert und Abzüge im Diebstahlfall damit verbunden, da die Autodiebstähle speziell nach Öffnung der östlichen Grenzen rapide zunahmen.
Die Wegfahrsperre wird nach Abschaltung der Zündung automatisch aktiviert. Um sie bei Einschalten der Zündung wieder außer Betrieb zu setzen, wird meist ein RFID-Chip verwendet. Einzelne Autohersteller setzten auch Schlüsselanhänger mit galvanischen Kontakten oder eine Zahlentastatur mit PIN- Code ein.
Letztlich haben sich passive RFID-Transponder im Schlüssel allgemein durchgesetzt.
Erste Generation
Die ersten Modelle der Wegfahrsperre ab ca. 1993 sowie Nachrüstsysteme arbeiteten in den meisten Fällen nach der sogenannten "Dreikreisunterbrechung". Diese unterbricht üblicherweise über Relais:
• die Zündung
• die Treibstoffzufuhr
• den Anlasser
Die Dreikreisunterbrechung bietet nur mäßigen Schutz und ist für Diebe leicht zu überwinden, da nur die Relais wieder überbrückt werden müssen. Sie kostet allerdings soviel Zeit, dass Amateurdiebe abgeschreckt werden.
Zweite Generation
Modernere Wegfahrsperren beginnend ab ca. 1994 arbeiten nicht mehr mit der Dreikreisunterbrechung, sondern erteilen dem Motorsteuergerät über eine elektronische Kommunikation eine Freigabe, ohne die der Motor nicht anspringt. Diese Kommunikation erfolgt meist über das Fahrzeug-Bussystem (heute meist der CAN-Bus) und ist mehr oder weniger gut verschlüsselt.
Die benutzen RFID-Chips in den Schlüsseln sind in den meisten Fällen einfache Read-Only-Transponder, wie sie auch zur Kennzeichnung von Tieren verwendet werden und die nur eine feste Seriennummer zyklisch im Klartext senden, oder wiederbeschreibbare Transponder, denen eine Identifikationsnummer zugeordnet werden kann.
Die Wegfahrsperre selbst kann ein eigenständiges Steuergerät oder auch in ein anderes integriert sein, bei der Mehrzahl der Fahrzeuge in das Kombiinstrument oder den Bordcomputer.
Dritte Generation
Bei aktuellen Wegfahrsperren der dritten Generation ist sowohl die Kommunikation zwischen RFID- Transponder und Wegfahrsperre zur Authentifikation des berechtigten Fahrers anhand seines Schlüssels, als auch die Kommunikation zwischen Wegfahrsperre und Motorsteuergerät zur Freigabe des Fahrzeugs kryptographisch abgesichert.
Ausblick
Der "Wettlauf" zwischen Autodieben und Autoherstellern wird wohl weiter gehen und die Systeme zur Diebstahlsicherung immer weiter entwickelt werden müssen. Hervorzuheben wäre da
- die nächsten Generationen der Wegfahrsperre mit noch tieferer Integration in die Fahrzeugelektrik, so dass ein gestohlenes Fahrzeug quasi wertlos wird
- Alarmanlagen zur Abschreckung des Diebes
- Systeme zur Wiederauffindung gestohlener Fahrzeuge per GPS und G