Einscheibentrockenkupplung
Die Einscheibentrockenkupplung trennt, beziehungsweise schließt den Kraftfluss zwischen Motor und Getriebe vor allem bei Kraffahrzeugen.
Die Unterbrechung ist nötig, um bei laufendem Motor stehen zu bleiben, bzw. während der Fahrt das Getriebe lastfrei zu schalten. Die Kupplung sollte im Optimalfall im geschlossenen Zustand die Energie des Motors velustfrei, also mit selbem Drehmoment und selber Drehzahl, an das Getriebe weitergeben. Im offenen Zustand sollte der Kraftfluss komplett getrennt sein. Bei der modernen Einscheibentrockenkupplung sind beide Zustände nahezu optimal erfüllt.
Aufbau und Funktion
Das Kupplungspedal wirkt auf die Ausrückmuffe (blau) und drückt diese gegen die Tellerfeder (gelb), die die Druckplatte (grün) von der Schwungscheibe (dunkelrot) entfernt. Die Reibung zwischen Druckplatte und der sich synchron drehenden Schwungscheibe und der dazwischenliegenden Kupplungsscheibe (rot) nimmt ab und die Kupplungsscheibe kann sich frei drehen. Beim Einkuppeln wird die Ausrückmuffe vom Schwungrad weg bewegt und presst so die Druckplatte in Richtung der Schwungscheibe. Die Reibung auf die dazwischenliegende Kupplungsscheibe erhöht sich und der Kraftschluss wird hergestellt.
Anforderungen
Die Einscheibentrockenkupplung ist eine Reibungskupplung, d.h. sie nutzt den Reibungswiderstand zwischen zwei Platten, um Kräfte von einer Platte auf eine andere zu übertragen. Das übertragbare Drehmoment ist dabei abhängig von der Fläche, dem Material welches aneinander reibt und dem Druck mit dem die Scheiben aneinandergepresst werden. Um die nötige Fläche nicht unnötig groß werden zu lassen, muss der Belag einen hohen Reibungswiderstand haben. Durch den hohen mechanischen Druck muss die Kupplungsscheibe aus einem harten Material gefertigt sein, jedoch nicht so hart, das er die Schwungscheibe abnutzt. Bei jedem Schaltvorgang muss die Kupplung die verschiedenen Drehzahlen des Getriebes und des Motors durch die ansteigende Reibung ausgleichen. Daher muss die Kupplungsscheibe eine hohe Verschleißfestigkeit und durch die entstehende Reibungswärme eine hohe Temperaturfestigkeit haben. Daher haben sich in der Praxis Materialien, ähnlich denen der Bremsbeläge als nützlich erwiesen.
Kupplungsseil
Das Kupplungsseil überträgt beim Automobil die auf das Kupplungspedal wirkende Kraft auf den Ausrückhebel, der das Ausrücklager und somit die Kupplung betätigt.
Das Kupplungsseil ist einer hohen mechanischen Zugbelastung ausgesetzt.
Erste Verschleißmerkmale sind (beim Kuppeln):
• Erhöhter Kraftaufwand
• Quietschgeräusch
Ein stark verschlissenes Kupplungsseil hält der mechanischen Belastung nicht mehr stand und kann reissen.
Bei einer etwas abgenutzten Einscheiben Trockenkupplung vergrössert sich das Kupplungsspiel im Gegensatz zu einer neuwertigen Kupplungsscheibe. Um dennoch eine einwandfreie Funktion zu gewährleisten, muss das Kupplungsspiel wieder verringert werden. Dies wird durch eine minimale Verlängerung des Kupplungsseils erreicht.
Bei automatisch nachstellenden Kupplungsseilen und bei hydraulisch betätigten Kupplungen ist dies nicht erforderlich.