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Federung

Motorrad Lexikon

Die Federung eines Kraftfahrzeuges dient nicht nur dem Fahrkomfort, sondern auch dem Schutz des Fahrzeuges. Ohne eine Federung würden Fahrbahnunebenheiten ungedämpft auf das Fahrzeug übertragen werden, was speziell bei höheren Geschwindigkeiten zu sehr starken Beschleunigungen und damit sehr hohen Kräften in vertikaler Richtung im Fahrzeug führen würde.

Bereits die Autobereifung trägt einen geringen Teil zur Federung des Fahrzeuges bei. Der Hauptteil wird jedoch durch die Feder-Dämpfer-Kombination erreicht.

Eine wesentliche Kenngrösse für die Güte der Federung ist das Verhältnis von ungefederter zu gefederter Masse: die Federung ist umso besser, je kleiner die ungefederte im Verhältnis zur gefederten Masse des Fahrzeugs ist. Darum ist die Luftbereifung sehr wirksam: sehr kleine ungefederte Masse, nämlich nur ein kleiner Teil der Gummiwände; leider sind hier die Federwege aber auch sehr kurz, was die Wirkung wiederum beschränkt. Um ein möglichst günstiges Verhältnis von ungefederter zu gefederter Masse zu erreichen, wurden früher (und werden teilweise bis heute) auch vor allem an Sportwagen Speichenräder eingesetzt, da sie bei bestimmter Tragkraft sehr geringe Masse aufweisen.

Bei Kutschen und auch bei den ersten Automobilen wurde die Federung durch je eine Blattfeder pro Fahrzeugseite erreicht. Später wurden bessere Lösungen mit höherem Federungskomfort erprobt, teilweise aber auch wieder verworfen.

Die auch heutzutage noch gebräuchlichste Form der Feder ist die Schraubenfederung. An jedem Rad sitzt eine Schraubenfeder mit meist innerhalb der Schraubenfeder untergebrachtem Schwingungsdämpfer.

Ohne Schwingungsdämpfer würde nach jeder Fahrbahnunebenheit oder bei Kurvenfahrten die Karosserie lange nachschaukeln. Diese Wankbewegungen beeinträchtigen nicht nur den Fahrkomfort, sie gefährden auch die Fahrsicherheit. Eine gute Straßenlage speziell bei hohen Kurvengeschwindigkeiten wird durch möglichst harte Dämpfung verbunden mit einem möglichst niedrigen Schwerpunkt (daher Tieferlegen) des Autos erreicht. Dadurch sinkt jedoch wiederum der Fahrkomfort.

Bereits in den 1950er Jahren gab es bei amerikanischen Autoherstellern teilweise Fahrzeuge mit Torsionsfederung. Dabei sind die Räder einer Achse (Vorder- oder Hinterachse) durch einen Drehstab miteinander verbunden. Diese Federung arbeitet durch ihre karosserieversteifende Wirkung sehr komfortabel. Allerdings gab es in den 1950er Jahren einige technische Probleme, weshalb die meisten amerikanischen Fahrzeuge teilweise bis heute mit je einer Blattfeder pro Rad versehen sind.

Citroen verbaut in seinen Oberklassefahrzeugen seit dem legendären DS ("die Göttin") eine hydropneumatische Federung mit Niveauregulierung. Dieses System hat sich trotz etlicher Probleme und Kinderkrankheiten (v.a.D. Undichtigkeiten an der Hydraulik/Pneumatikanlage) über die Modelle CX-XM-C5 und GSA-BX-Xantia bis in die heutige Zeit erhalten.

DaimlerChrysler hat als erster Premiumhersteller Ende der 90er Jahre die S-Klasse mit der sog. AirMatic ausgestattet, die aus einer 4-Corner Luftfederung mit regelbaren Dämpfern besteht. Hier wurde erstmals ein außengeführter Rollbalg mit axialen Festigkeitsträgern eingesetzt, was neue Maßstäbe im Fahrkomfort gesetzt hat. Mittlerweile bieten verschiedene Hersteller die gehobenen Modelle mit einer (optionalen) Luftfederung an.

Die Luftfederung ist bei Bussen und LKWs sehr weit verbreitet.

Völlig neu dagegen ist die Bose-Federung, bei der ein Elektromotor das Rad nach unten drückt bzw. wieder hochzieht. Sämtliche Schlaglöcher, über die man fährt, werden komplett abgedämpft/abgefedert, ohne dass die Insassen des Fahrzeugs etwas spüren. Außerdem kann die Bose-Federung nach den eigenen Wünschen programmiert werden.

 

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