Niger
Die seit 1960 unabhängige Republik Niger (auch: der Niger) ist eine ehemalige französische Kolonie in Westafrika und grenzt im Norden an Algerien und Libyen, im Westen an Mali und Burkina Faso, im Osten an Tschad und im Süden an Nigeria und Benin. Niger ist ein Binnenstaat mit Anteil an der Sahara, dem Sahel und dem Sudan und gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Nach einer Phase von Staatsstreichen und Aufständen der Tuareg scheint sich Niger politisch zu stabilisieren. Existenzbedrohend für den größten Teil der nigrischen Bevölkerung sind regelmäßig wiederkehrende Dürren und Nahrungsmittelknappheit.
Geographie
Klimadiagramm von Zinder in Niger [Quelle]
Zwei Drittel des Staatsgebietes der Republik Niger befinden sich in der Sahara. Nur der schmale Streifen des Staatsgebietes, der sich entlang der nigerianischen Grenze hinzieht, befindet sich in der so genannten Sahelzone (Sahel = arab. Ufer der Wüste). Dieser Streifen befindet sich am nördlichen Rand der Trockensavanne.
Bevölkerung
Es gibt vor allem im Norden des Landes viele Oasenbewohner, Nomaden und Halbnomaden. Viele von ihnen geben jedoch den Nomadismus auf und ziehen in die zum Teil überbevölkerten Städte. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt im Süden, zumeist an der Grenze zu Nigeria und Benin.
Die große Mehrheit der Nigrer bekennt sich zum Islam (94 %), der Rest der Bevölkerung teilt sich in Christen und Anhänger indigener Religionen.
Rund 52% der Gesamtbevölkerung gehören der Volksgruppe der Haoussa an, über 23% sind Djerma und Songhai, rund 8% der Bevölkerung sind Tuareg-Berber, etwa 6% sind Beri Beri (Kanuri) und 4,3% Fulbe. Außerdem leben im Land über 3000 Franzosen, meist in den Städten.
75 % der Bevölkerung sprechen Hausa als Erst- oder Zweitsprache, weitere Sprachen neben Französisch sind Songhai-Djerma, Fulbe, Tamaschagh (eine Tuareg-Berbersprache), Kanuri und andere.
Die sehr hohe Fertilitätsrate von 7,4 Geburten pro Frau führt zu einem Bevölkerungwachstum von jährlich etwa 2,75 %. Die ungebremste Bevölkerungsexplosion stellt das Land vor sehr große Probleme.
74 % der Männer und 90 % der Frauen sind Analphabeten.
Die Lebenserwartung beträgt derzeit 42 Jahre.
Geschichte
Zahlreiche Funde und Felszeichnungen belegen die Besiedlung des nigrischen Territoriums seit frühester Zeit. Zum Zeitpunkt der Ausbreitung des Islam um das Jahr 660 waren die Völker Nigers bereits in Staaten organisiert, die sich bis zur Ankunft der Franzosen eine bedeutende Stellung erhalten konnten. Im Jahr 1921 wurde Niger eine französische Kolonie innerhalb Französisch-Westafrikas. Die Grenzziehung erfolgte hierbei ohne Berücksichtigung der historischen kulturellen und sprachlichen Gegebenheiten. Niger wurde 1958 autonome Republik und zwei Jahre später schließlich unabhängig. 1995 konnte eine Rebellion der Tuareg mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages beendet werden und 1999 wurde Tandja Mamadou zum Staatspräsidenten gewählt.
Politik
Die Verfassung ist nach dem Vorbild Frankreichs als semi-präsidentielles System mit Direktwahl des Präsidenten (alle 5 Jahre) gestaltet.
Die Präsidenten der Republik Niger:
• 19581974 Hamani Diori
• 19741987 Seyni Kountché
• 19871999 Ali Saibou
• seit 1999 Tandja Mamadou
Im Parlament (Assemblée Nationale) verfügen die Parteien Mouvement National de la Societé de Développement (MNSD) (38 Sitze) und Convention Démocratique et Sociale (CDS) (17 Sitze) zusammen über eine Mehrheit der 83 Sitze.
Verwaltungsgliederung
Das Staatsgebiet teilt sich in 7 départements und das Hauptstadtdistrikt.
Departements und Arrondissements
• Agadez
• Agadez
• Arlit
• Bilma
• Diffa
• Diffa
• Maïné-Soroa
• N'Guigmi
• Dosso
• Birni N'Gaouré
• Dogon-Doutchi
• Dosso
• Gaya
• Loga
• Maradi
• Aguié
• Dakoro
• Guidan-Roumdji
• Madarounfa
• Mayahi
• Tessaoua
• Tahoua
• Birni N'Konni
• Bouza
• Illéla
• Keita
• Madaoua
• Tahoua
• Tchin-Tabaraden
• Tillabéri
• Filingué
• Ouallam
• Say
• Téra
• Tillabéry
• Zinder
• Gouré
• Magaria
• Matamey
• Mirria
• Tanout
• Niamey (Hauptstadtbezirk)
Wirtschaft
Die nigrische Volkswirtschaft erreichte 2001 ein Bruttoinlandsprodukt von knapp 1,7 Milliarden Euro, das entspricht einer Wirtschaftsleistung von etwa 150 Euro pro Kopf der Bevölkerung. 40 % des Volkseinkommens stammen aus der Landwirtschaft, während der industrielle Sektor nur etwa 14 % der Gesamtleistung ausmacht. Wichtigstes Exportgut ist Uran, dessen Ausfuhr 32 % der Gesamtexporte generiert, wichtigster Handelspartner bleibt Frankreich.
Landwirtschaft
In der nigrischen Sahara-Region ist nur in Oasen, etwa im Aïr-Gebirge, Bewässerungsfeldbau möglich. Nur der schmale Streifen entlang der nigerianischen Grenze befindet sich in der Sahelzone und ist somit für den Regenfeldbau geeignet. Die Regenzeit ist extrem kurz, knapp drei bis vier Monate. Darüber hinaus ist die Regenzeit durch eine hohe Variabilität der Regenfälle gekennzeichnet: Regional können ebenso stark unterschiedliche Regengüsse niedergehen, wie die zeitliche Verteilung der Regenmenge während der Regenzeit sehr ungleichmäßig sein kann.
Anbauprodukte sind hauptsächlich verschiedene Hirsearten sowie Bohnen und Erdnüsse. Nur in Trockenflusssenken werden im Bewässerungsanbau Gemüsearten, Henna, Capsicum-Arten, Tabak u. ä. angebaut. Mobiles Kapital sind Kleinviehherden, die in Notzeiten zunächst vermarktet und dann verzehrt werden.
Produktionsmittel sind heute der individualisierte Besitz an Grund und Boden sowie das durch den gemeinsam wirtschaftenden Haushalt erworbene Saatgut, das unter Umständen in Kooperativen hinzugekauft werden muss. Dies geschieht, wenn das Saatgut wegen Nahrungsknappheit verzehrt statt ausgebracht wird. Bei staatlichen Kooperativen oder reichen Händlern verschulden sich die Bauern z. T. auch durch den Kauf von Insektiziden und Düngemittel.
Die Arbeitsmittel sind die einer weitgehend nicht mechanisierten Landwirtschaft: die kurzstielige Hacke und ein langstieliges Jäteisen (Kanuri: ashasha). Ochsengezogene Pflüge befinden sich in der Regel im Besitz reicher Bauern, die meist identisch mit der einheimischen Aristokratie sind. Der überwiegende Teil der Bauern hat hierzu keinen Zugang.
Die vorkoloniale Gesellschaftsstruktur sieht eine gemeinschaftliche Nutzung der Böden durch eine Großfamilie, ein gandu (Hausa: Haushalt) vor. Individueller Besitz an Grund und Boden war weitgehend unbekannt. Seit der Kolonialzeit hat sich durch die Konsolidierung familiärer Besitzansprüche und einer zunehmenden Vermarktung von Grund und Boden ein individueller Besitz von Boden etabliert. Der Bevölkerungsdruck führte zu Landknappheit. Erbteilung führte zur Fragmentierung von Landbesitz. Individuelle Parzellen können heute eine (Klein-)Familie kaum noch ernähren.
Ein weiteres Problem stellt die großflächige Abholzung zur Gewinnung von Brennmaterial dar, sowie das fast vollständige Abtragen von Pflanzenmaterial nach der Ernte, so dass Ackerflächen zum einen vor der Sonneneinstrahlung nicht mehr geschützt sind und zum anderen der Düngungseffekt durch verrottendes Pflanzenmaterial ausbleibt. Die Böden verarmen.
Die lange Trockenzeit macht ein Vorratshaltungssystem notwendig, das in vorkolonialer Zeit sozial und religiös sanktioniert war. Diese Vorratshaltung war eng an die vorkoloniale Struktur der Haushalte, ihrer Arbeits- und Konsumptionsstruktur gebunden. Mit der Fragmentierung der Haushalte und der Individualisierug von Bodenbesitz vor allem seit der Dekolonisierung geht eine Auflösung dieser vorkolonialen Umverteilungsstrukturen einher. Heutige (Klein-)Familien können kaum noch auf ein Netz familiärer und nachbarschaftlicher Solidaritätsstrukturen zurückgreifen, vor allem angesichts des allgemein herrschenden ökologischen Druckes auf die ökologisch fragile Klimazone.
Hungersnöte und Nahrungsmittelknappheit
Die folgenden Punkte gelten als ursächlich für die immer wieder kehrenden katastrophalen Hungersnöte im Land:
Kultur
Nationalfeiertag: 3. August (Unabhängigkeitstag), 18. Dezember (Tag der Republik)
Niger ist ein Bundesstaat in Nigeria mit 4.082.562 Einwohnern. Er ist mit seiner Fläche von 76.363 Quadratkilometern der größte Bundesstaat des Landes. Die Bevölkerungsdichte beträgt 53 Einwohner je Quadratkilometer. Hauptstadt und größte Stadt ist Minna mit 291.930 Einwohnern (Stand jeweils 1. Januar 2005).
Geografie
Niger liegt im Westen von Nigeria und grenzt im Norden an die Bundesstaaten Kebbi und Zamfara, im Osten an den Bundesstaat Kaduna und das Federal Capital Territory Abuja, im Süden an die Bundesstaaten Kogi und Kwara und im Westen an die Republik Benin.
Geschichte
Der Bundesstaat wurde am 3. Februar 1976 aus einem Teil des früheren Bundesstaates "North-Western" gebildet. Erster Gouverneur war zwischen 1. April 1976 und 1977 Murtala Myako. Gegenwärtiger Gouverneur ist seit 29. Mai 1999 Abdulkadri Kure.
Verwaltung
Der Staat gliedert sich in 25 Local Government Areas. Diese sind: Agaie, Agawara, Bida, Borgu, Bosso, Chanchaga, Edati, Gbako, Gurara, Katcha, Kontagora, Lapai, Lavun, Magama, Mariga, Mashegu, Mokwa, Moya, Paikoro, Rafi, Rijau, Shiroro, Suleja, Tafa und Wushishi.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft ist der Hauptwirtschaftszweig in Niger. 80 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung des Bundesstaates sind in ihr beschäftigt. Die klimatischen und ökologischen Verhältnisse erlauben den Anbau von Getreide, Yams, Bohnen, Maniok, Reis, Hirse, Erdnüsse, Mais und Zuckerrohr.
An Bodenschätzen sind unter anderem Gold, Marmor, Kalkstein, Kreide und Kupfer vorhanden.