Liberia
Die Republik Liberia (manchmal auch Liberien) ist ein Staat in Westafrika. Er grenzt an Côte d'Ivoire, Guinea und Sierra Leone sowie an den Atlantik.
Geographie
Nachbarländer sind Elfenbeinküste, Guinea und Sierra Leone. Liberia liegt im Südwesten Westafrikas und hat eine Atlantikküste. Es liegt hauptsächlich in der tropischen Regenwaldzone,die zum größten Teil gerodet wurde.Das Innere Liberias besteht größtenteils aus Bergland.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Monrovia 939.524 Einwohner, Gbarnga 45.835 Einwohner, Bensonville 33.188 Einwohner Harper 32.661 Einwohner, Buchanan 25.731 Einwohner, Zwedru 25.678 Einwohner und Yekepa 24.695 Einwohner.
Bevölkerung
In etwa 3,3 Mio. Menschen leben in Liberia. Es existiert eine von Afro-Amerikanern abstammende Bevölkerungsschicht, die Kreolen oder Amerikoliberianer genannt werden.Sie machen jedoch nur 2-5% der Bevölkerung Liberias aus und sind meist Christen. Rund 20 Hauptstämme:zus. ca. 1/3 Kpelle, 17% Bassa, 14% Grebo, 9% Gio, 9% Mano, 8% Vai, 7% Gola, Loma, Bela, Kru, Krahn, Kissi und Malinke(Mandingo). Zudem leben ca. 8.000 Libanesen in Liberia. Die Bevölkerungswachstumsrate beträgt ca. 2% pro Jahr (Schätzung 2002)
Sprachen
Mande wird im Westen und Norden des Landes gesprochen und Kru im Osten und Süden. Englisch ist die Muttersprache von 2,5 % der Bevölkerung, die als Nachfahren der aus den USA rückgesiedelten, befreiten Sklaven gelten. Sonst wird Englisch als Verwaltungssprache genutzt. Weitere Sprachen in Liberia sind Gola, Kpelle u. a.
Religion
Die Angaben über die religiöse Zugehörigkeit der Liberianer schwanken teilweise stark. Die folgende Übersicht gibt die in der Literatur angebene Bandbreite wieder:
• Christen: 10-33%, davon:
• Katholiken: 2-9%
• Protestanten: 8-24%
• Muslime: 14-20%
• Indigene Religionen(Animismus, Naturreligionen): 40-70%
Geschichte
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erreichten Portugiesen die Küste des heutigen Liberias, ohne dass es zu einer Erkundung des Landes kam. Im Jahr 1822 kaufte die American Colonization Society,eine Gesellschaft von weißen US-amerikanischen Gegnern der Sklaverei, den Küstenstreifen, um dort schon freigelassene ehemalige Sklaven zwangsanzusiedeln und gleichzeitig selbst Kolonialherren zu werden. Zu Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges lebten dort rund 12.000 Afroamerikaner. Die daraus entstehende Herrschaft einer (gesellschaftlich gesehen) künstlichen, schwarzen Elite wurde erst im April 1980 durch einen Putsch durch Samuel K. Doe brutal gebrochen. Am 22. April wurden dreizehn Vertreter der früheren Regierung, darunter mehrere Minister und der ältere Bruder des abgesetzten Präsidenten William R. Tolbert, erschossen. Das Land versank in der Folge zunehmend im Chaos, das bis heute nicht beseitigt werden konnte und die gesamte Region destabilisiert.
Doe wurde 1989 abgesetzt, danach herrschte 14 Jahre lang Bürgerkrieg. Nachdem der Waffenstillstand der Bürgerkriegsparteien 2003 besiegelt war, verließ Präsident Taylor das Land. Eine Übergangsallparteienregierung wurde eingesetzt mit Gyude Bryant als Staatsoberhaupt.
Heute stehen die Chancen für einen Wiederaufbau nicht schlecht:
Allerdings sank während des Bürgerkriegs das Pro- Kopf-Einkommen unter 125 Euro; die Arbeitslosigkeit liegt bei 85 %.
Politik
Die seit 1847 bestehende Republik Liberia ist der zweitälteste unabhängige Staat Afrikas. 1984 wurde eine neue Verfassung durch Volksabstimmung angenommen, die sich wie die vorhergehende, eng an das US-amerikanische Modell anlehnt. Sie definiert Liberia als präsidiale Republik.
Der für sechs Jahre gewählte Präsident ist danach zugleich Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Die Legislative liegt beim Parlament, das aus zwei Kammern besteht: dem Senat mit 15 und dem Repräsentantenhaus mit 64 gewählten Abgeordneten. Weiße haben in Liberia kein Wahlrecht.
Seit 14. Oktober 2003 Gyude Bryant (Liberian Action Party), Vorsitzender der Übergangsregierung (Chairman of the Transitional National Government of Liberia)
Stellv. Vorsitzender der Übergangsregierung ist Johnson Wesley (National Democratic Party of Liberia)
Parteien:
• National Patriotic Party (NPP) Regierung
• Unity Party (UP) Opposition
• Liberia Action Party (LAP)
• Liberian People's Party (LPP)
• Liberia Unification Party (LUP)
• National Democratic Party of Liberia (NDPL)
• True Whig Party (TWP)
• United People's Party (UPP)
Gewerkschaft:
Liberian Federation of Labour Unions
Aus den Präsidentschaftswahlen vom November 2005 ging überraschend deutlich Ellen Johnson-Sirleaf mit ca. 59% der Stimmen als Siegerin hervor. Damit setzte sie sich gegen insgesamt 22 Kandidaten durch.
Entwicklungshilfe
In den achtziger Jahren hat die Liberische Post in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundespost ein fünfstelliges Postleitzahlsystem eingeführt.
Verwaltungsgliederung
Liberia gliedert sich in 15 Regionen (Counties). Diese sind (in Klammern die Hauptstadt):
Bomi (Tubmanburg), Bong (Gbarnga), Gbarpolu (Bopolu), Grand Bassa (Buchanan), Grand Cape Mount (Robertsport), Grand Gedeh (Zwedru), Grand Kru (Barclayville), Lofa (Voinjama), Margibi (Kakata), Maryland (Harper), Montserrado (Bensonville), Nimba (Sanniquellie), Rivercess (Rivercess), River Gee (Fish Town) und Sinoe (Greenville).
Wirtschaft
Kultur
• Nationalfeiertag: 26. Juli Unabhängigkeitstag
Wichtige Medien:
Radio: Star Radio (internat.), Radio Veritas (kath. Kirche), DC 101,1;
Zeitungen: Patriot, New Liberia (pro Regierung), Inquirer, News, Democrat (Opposition)
Journalistenverband: Press Union of Liberia (PUL)