Kalifornien
Kalifornien (englisch California) ist ein US-Bundesstaat im Westen der USA, der an den Pazifischen Ozean, Oregon, Nevada, Arizona und den mexikanischen Staat Baja California auf der Halbinsel Niederkalifornien grenzt.
Der Name Kalifornien
Der Name Kalifornien hat einen mythischen Ursprung. 1510 veröffentlichte der Spanier Montalvo einen Roman, in dem eine Insel voller Gold namens Kalifornien vorkommt, bewohnt von wunderschönen Amazonen, die von Königin Califia beherrscht werden. Als Cortes' Soldaten 1535 nach Baja California kamen, glaubten sie, es sei eine Insel, und benannten sie nach Montalvos Buch.
Städte
Die Hauptstadt Kaliforniens ist seit 1854 Sacramento. Die bedeutendesten Städte sind Los Angeles, die zweitgrößte Stadt der USA und mit dem umliegenden Ballungsraum eine der größten Metropolregionen der Erde, und San Francisco, das Zentrum des Ballungsgebietes San Francisco Bay Area um die Bucht von San Francisco, die San Francisco Bay.
Weitere wichtige Städte sind San Diego, San Jose, Oakland, Santa Barbara, Ventura, Anaheim, Santa Ana, Newport Beach und San Bernardino.
Geographie
Kalifornien liegt an der Nahtstelle zweier tektonischer Platten, der so genannten San-Andreas-Verwerfung, weshalb es in der gesamten Region häufig zu Erdbeben kommt.
Zwei mächtige Gebirgszüge durchziehen Kalifornien von Nordosten nach Südwesten: das Küstengebirge im Westen und die Sierra Nevada im Osten. Dadurch wird das Land in sechs physisch unterschiedliche Teile aufgeteilt: Tabelle
• Zwischen den beiden Gebirgszügen liegt das Sacramento- und San Joaquinbecken, das nach seinen beiden Hauptflüssen benannt ist und zwischen 35° und 40°40' nördlicher Breite liegt; das Gebiet ist etwa 77.000 km² groß
• Der Küstenstrich umfaßt etwa 109.000 km²; die in den Küstenketten entspringenden Flüsse sind kurz und meist auch nur zur Regenzeit vorhanden: am bedeutendsten ist der bei Monterey mündende Salinas, der Gayama (oder auch Santa Maria) und der Santa Ana
• Das etwa 100.000 km² große Gebiet der Sierra Nevada im Osten des Staates, das nach Westen zu allmählich und nach Osten zu steil abfällt
• Das etwa 20.000 km² umfassende Flussbecken des Klamath, nördlich des 41. Breitengrads gelegen, das rauh und von tiefen Canyons durchzogen ist
• Das Gebiet des großen, zwischen dem Columbia, dem Colorado und der Sierra Nevada liegenden Beckens auf der Ostseite, dessen kalifornischer Teil etwa 50.000 km² groß ist; es stellt eine ausgedörrte, wildzerklüftete Hochebene dar, in der im County Inyo das Todestal (Death valley) liegt.
• An der südwestlichen Grenze die Coloradowüste, die etwa 39.000 km² umfasst und der Rest einer ursprünglichen Meeresbucht ist, die jetzt bis zu 100 m unter dem Meeresspiegel liegt.
Der Tularesee liegt im Sacramento- und San Joaquin- Becken, das er gleichzeitig im Süden abschließt. Zur Regenzeit ist er etwa 150 km lang, jedoch so flach, dass man ihn überall durchwaten kann.
Kalifornien ist auch bekannt als der Fruchtgarten Amerikas, dessen Klima ideal für den Anbau von Trauben, Orangen, Zitronen und Avocados ist.
Der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas, der Mt. Whitney (4.418m), liegt in Kalifornien. Am Fuß des Berges befindet sich der Ort Lone Pine, in dem jährlich ein bekanntes Filmfestspiel stattfindet. In etwa 170 Kilometer Entfernung befindet sich das Wüstengebiet Death Valley (Tal des Todes), das seinen Namen in der Zeit der ersten Siedler an der Westküste bekommen hat, die nicht selten die Qualen von Hitze und Durst erleben mussten, wenn sie das "Tal des Todes" durchquerten. Es gibt zahlreiche Naturparks und Strände unterschiedlichster Beschaffenheit. Zu den bekanntesten Parks zählt der Yosemite-Nationalpark.
Nahe dem Yosemite-Park befindet sich das Wintersportgebiet Mammoth Mountain. Es entstand aus riesigen Vulkankratern, wodurch sich zahllose heiße und auch kalte Quellen und Geysire betrachten lassen. Nicht weit entfernt von Mt. Whitney gibt es einige salzhaltige Seen, unter anderem den Mono Lake.
Geschichte
Nach Landungen von Juan Rodríguez Cabrillo im Jahre 1542 und Sir Francis Drake im Jahre 1579 (er erhob im Namen der englischen Krone Anspruch auf das Gebiet Kaliforniens, das er "Nova Albion" nannte) verloren die europäischen Kolonialmächte das Gebiet des heutigen US-Bundesstaates Kalifornien wieder weitestgehend aus den Augen. Danach war Kalifornien als Oberkalifornien (Alta California) der Nordteil der spanischen Kolonie Kalifornien (die als Teil Neuspaniens verwaltet wurde), wurde aber erst viel später als der Südteil besiedelt. Erst ab dem Jahre 1769 wurden unter der Leitung des Paters Junipero Serra die ersten der 21 spanischen Missionsstationen von Franziskanermönchen erbaut.
Mit den Missionaren kamen auch die ersten der wenigen spanischen Siedler ins Land. Trotz einiger Erfolge beim Aufbau der Missionsstationen und der Christianisierung der Indianer blieb das Land eine verschlafene Provinz Spanisch-Amerikas. Mit der Unabhängigkeit Mexikos wurde das Land dann ein Teil Mexikos.
1812 wurde im heutigen Sonoma County im nördlichen Kalifornien mit Fort Ross ein russischer Stützpunkt als Fortsetzung und Abrundung der russischen Besitzungen in Alaska errichtet.
Erst Johann August Sutter brachte nach seiner Ankunft im Jahre 1839 Dynamik in die Entwicklung des Landes. Zu diesem Zeitpunkt zählte das Land ganze 30.000 Indianer und 5.000 Europäer als Einwohner. Sutter erhielt die Bewilligung, eine Niederlassung zu bauen, der er den Namen "Nueva Helvecia" gab. Schnell wurde daraus eine florierende Kolonie mit 20.000 Stück Vieh, drei Pferdemühlen, zwei Wassermühlen, einer Sägemühle, einer Gerberei und über 50 Häusern. Sutter herrschte wie ein kleiner "Kaiser" über sein kleines "Imperium", das auf Landwirtschaft, Rinderzucht, Holzhandel und Jagd aufgebaut war. 1841 erwarb er Fort Ross von Russland.
Während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges proklamierte eine spanisch-oberkalifornische Junta in Monterrey 1846 die Unabhängigkeit von Mexiko. Doch noch während um die Frage des Anschlusses an die USA oder einen europäischen Staat gestritten wurden, riefen US-amerikanische Siedler eine Gegenrepublik aus, die mit Hilfe 1846 eingedrungener US-Truppen das ganze Land unterwarf.
Doch im Jahre 1848, das Land war gerade durch den Vertrag von Guadalupe Hidalgo den Mexikanern genommen worden, ereignete sich ein Goldfund. Sutter versuchte, dies geheim zu halten, doch die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Sofort machte sich ein Treck von Glücksrittern auf den Weg und überschwemmte das Land. Es trat ein völliges Chaos im Lande ein, in dem jetzt nur noch das Recht des Stärkeren galt. Sutters Arbeiter liefen ihm weg, die Glücksritter vergriffen sich an seinem Gut. Hunderttausende durchwühlten die Erde, das Tal des Sacramento war zum "goldenen" Westen geworden. Alle Versuche Sutters, seine rechtmäßigen Ansprüche auf das Land geltend zu machen, scheiterten. Letztendlich erkannte die Regierung die unrechtmäßigen Zustände an, da so die USA plötzlich zu einem wichtigen Goldexportland geworden waren. Die Indianer wurden fast völlig ausgerottet, und Sutter verließ 1865 verbittert das Land, ohne seine Ansprüche durchgesetzt zu haben, lediglich eine kleine Rente von 285 $ im Jahr wurde ihm gewährt. Sutter verstarb 1880 fast völlig verarmt. 1854 wurde Sacramento zur Hauptstadt von Kalifornien ernannt.
Bevölkerung
Kalifornien ist mit 35.484.453 Einwohnern (Stand: 2003) der bevölkerungsreichste und flächenmäßig der drittgrößte Bundesstaat der USA. Die Bevölkerungsstruktur setzt sich wie folgt zusammen: 46,7 % Weiße, 32,4 % Hispanics, 10,9 % Asiaten, 6,7 % Schwarze und Afro-Amerikaner, 1,0 % Indianer, 0,3 % Hawaiianer. Es gibt 11.502.870 Haushalte. Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt 29.707 US-Dollar (Stand: 2002).
• Los Angeles - 3.845.541 - (17.542.279 im Ballungsraum)
• San Diego - 1.263.756
• San Jose - 904.522
• San Francisco - 744.230
• Long Beach - 476.564
• Fresno - 457.719
• Sacramento - 454.330
• Oakland - 397.976
• Santa Ana - 342.715
• Anaheim - 333.776
• Riverside - 288.384
• Bakersfield - 283.936
• Stockton - 279.888
• Modesto - 206.769
• Chula Vista - 204.879
• Fremont - 202.373
• Glendale - 201.326
• San Bernardino - 198.406
• Huntington Beach - 195.305
• Oxnard - 183.587
• Irvine - 178.317
• Ontario - 170.057
• Oceanside - 167.438
• Garden Grove - 167.347
• Moreno Valley - 166.290
• Santa Clarita - 164.800
• Rancho Cucamonga - 159.346
• Fontana - 158.715
• Pomona - 155.448
• Santa Rosa - 153.636
• Salinas - 148.183
• Corona - 145.398
• Pasadena - 144.068
• Torrance - 142.841
• Hayward - 140.795
• Escondido - 135.462
• Orange - 133.819
• Fullerton - 133.439
• Palmdale - 131.153
• Lancaster - 128.928
• Sunnyvale - 128.012
• Thousand Oaks - 125.054
• Concord - 124.328
• El Monte - 122.123
• Simi Valley - 118.893
• Vallejo - 118.349
• Inglewood - 115.313
• Costa Mesa - 110.411
• Downey - 110.318
• West Covina - 108.668
• Norwalk - 106.683
• Visalia - 104.655
• Burbank - 104.114
• San Buenaventura - 104.068
• Santa Clara - 104.001
• Fairfield - 103.949
• Roseville - 103.609
• Richmond - 102.318
• Berkeley - 101.517
• Antioch - 100.923
• Elk Grove - 100.760
• Daly City - 100.620
Politik
Gouverneur des Bundesstaates ist seit 2003 der aus Österreich stammende Filmschauspieler Arnold Schwarzenegger, der der Republikanischen Partei angehört.
Wirtschaft
San José (Silicon Valley) [Quelle]
Mit 14% des jährlich erwirtschafteten Bruttoinlandprodukts (gross domestic product) der USA stellt Kalifornien einen der wichtigsten Wirtschaftsstandorte des Landes dar. Als von den USA losgelöster Einzelstaat wäre Kalifornien weltweit die sechstgrößte Wirtschaftsmacht (2003) noch vor Kanada. Insbesondere der für die industrielle Landwirtschaft wetterbegünstigte Süden und das dortige Einzugsgebiet billiger mexikanischer Landarbeiter verhilft Kalifornien zu diesem Wohlstand.
Große Anstrengungen erfordert jedoch die Wasserversorgung. Gewaltigen Stauseen an den Flüssen im Nachbarstaat Arizona, den Kanalbauten (mit Längen wie zwischen Hamburg und München) von Nord nach Süd und den Aquädukten von den östlich der Sierra Nevada (USA) gelegenen Seen und Schmelzwasser liefernden Bergschneegletschern kommt hier große Bedeutung zu. Da die Nachbarstaaten (Arizona, Nevada) ebenfalls von den ihnen zustehenden Naturressourcen schöpfen wollen, gerät die Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Naturschutzauflagen vergrößern diesen weiter.
Kalifornien (span. California) bezeichnet ursprünglich eine (historische) Landschaft in Nordamerika und zwar den nordwestlichen Teil der spanischen Kolonialbesitzungen in Amerika, der Mexiko nach seiner Unabhängigkeit zufiel. Der Nordteil dieser Landschaft ist deckungsgleich mit dem heutigen US-Bundesstaat Kalifornien im Westen der USA. Er hieß bis Ende des 19. Jahrhunderts Oberkalifornien (spanisch Alta California, engl. Upper California). Der Südteil der historischen Landschaft ist die Halbinsel Baja California (spanisch für Niederkalifornien) und entspricht heute den mexikanischen Bundesstaaten Baja California und Baja California Sur.
Geschichte und Entwicklung
Kalifornien war eines der zuletzt besiedelten Gebiete des spanischen Amerika. Cortez hatte es Anfang des 16. Jahrhunderts bereits besucht, aber lange Zeit hielt man Kalifornien für eine dem amerikanischen Kontinent vorgelagerte Insel. Die Besiedlung Kaliforniens wurde schließlich erst Ende des 17. Jahrhunderts vom spanischen König beschlossen und den Jesuiten anvertraut, die unter der Bedingung der Anerkennung der königlichen Oberhoheit auf dem kalifornischen Territorien auch alle weltliche Autorität innehatten, insbesondere die Oberhoheit über die sie begleitetenden spanischen Truppen.
Die Jesuiten besiedelten Kalifornien ausschließlich durch Missionen. 1697 gründeten sie Loreto in der Mitte Niederkaliforniens als erste Siedlung und neue Hauptstadt Kaliforniens. Nach der Gründung von mehreren Dutzend weiteren Missionen in Niederkalifornien wurde Ende des 18. Jahrhunderts mit San Diego die erste Mission im Nordteil gegründet, ein Dutzend weiterer Missionen im Nordteil (z.B. San Francisco) folgten. Nach wie vor aber war der Süden das eigentliche Zentrum.
1804 wurde Kalifornien in das nördliche Ober- und das südliche Niederkalifornien geteilt.
Im mexikanisch-amerikanischen Krieg wurde der Nordteil 1846 von den USA besetzt und dann 1850 annektiert. Bald danach wurde der bei Mexiko verbliebene Teil in die noch heute bestehenden Gebiete Baja California und Baja California Sur geteilt.
Nach der Trennung entwickelten sich das amerikanische Oberkalifornien und das mexikanische Niederkalifornien unabhängig voneinander. Nordkalifornien sah u.a. durch den Goldrausch eine wahre Bevölkerungsexplosion, während der Süden weiterhin eine dünn besiedelte Randzone Mexikos darstellte. So kam es, dass der Norden allmählich auf das "Ober-" verzichtete und alleine den Namen "Kalifornien" trägt. Auch im Spanischen bezeichnet heutzutage "California" in erster Linie den US-Bundesstaat, nicht die historische Landschaft.
Diese Entwicklung hielt praktisch bis zum heutigen Tage an. Der US-Bundesstaat wächst unaufhörlich in seiner Bevölkerung. Dagegen ist Niederkalifornien bis auf die direkt an (Ober-)Kalifornien grenzenden Randbezirke mit den Millionenstädten Tijuana und Mexicali´eine der am dünnsten besiedelten Regionen Mexikos, die erst in jüngster Zeit (auch durch Hollywoodfilme, z.B. die Schlussszene in Terminator 1) durch den Tourismus eine Art Boom erlebt.
Dennoch teilen beide Kalifornien die größtenteils wüstenähnliche Landschaft mit hohen Gebirgen in unmittelbarer Küstennähe. Im menschenleeren Niederkalifornien kann man sich ein Bild machen, wie die praktisch vollkommen verstädterte Küstenlandschaft Kaliforniens vor zweihundert Jahren ausgesehen haben muss.
Der Kalifornien-Kondor (Gymnogyps californianus) ist eine Vogelart aus der Familie der Neuweltgeier (Cathartidae).
Die Population des Kalifornien-Kondors war einmal über den ganzen nordamerikanischen Kontinent verteilt. Heute leben ungefähr noch 60 Tiere in einem kleinen Schutzgebiet Kaliforniens. Der Kondor war aufgrund seines majestätischen Flugs ein begehrtes Ziel von Jägern, und wurde in den letzten Jahrhunderten gnadenlos gejagt.
Der Kalifornien-Kondor kann eine Flügelspannweite von bis zu 3 Metern haben. Sein Länge beträgt maximal 125 Zentimeter. Das Höchstgewicht liegt bei 14 Kilogramm. Er hat ein schwarzes Gefieder mit weißen Flügeln auf der Unterseite, sowie eine dunkle Halskrause mit spitzen Federn.
Die Brutzeit liegt in den ersten 5 Monaten eines Jahres. Das Nest wird meist auf höher gelegenen Felsen in einem küstennahen Gebiet errichtet. Kondorweibchen legen häufig nur ein einziges weißes Ei. Das Nest wird danach gemeinsam von dem Männchen und dem Weibchen betreut, bis nach zirka 40 bis 50 Tagen ein Jungvogel schlüpft.
Die jungen Kondore werden über eine lange Zeit von den Alten gehegt. Obwohl die Jungen schon mit 3 Monaten die Gegend um das Nest erkunden, beträgt die Nestlingsdauer im allgemeinen 6 Monate. Nach dieser Zeit beginnen die jungen Kondore mit den ersten Flugversuchen, wobei sie immer von den Alten betreut werden. Im Alter von 12 Monaten werden sie eigenständig, und mit 3 Jahren gelten sie als erwachsene Kondore. Aufgrund der langen Pflegezeit für die Jungvögel, nisten Kondore nur alle 2 Jahre.
Der Kalifornien-Kondor beginnt in frühen Tageszeiten mit der Suche nach Nahrung. Er ernährt sich fast ausnahmslos von Aas. Nachdem er gefressen hat, lässt sich der Kondor nieder und beginnt eine lange und ausgeprägte Ruhezeit, die bis zu über einem halben Tag andauern kann.
Mehrere Nachzuchtprogramme sollen nun auch den Bestand des kalifornischen Kondors sichern.