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Guinea

GuineaGuinea ist ein Staat in Westafrika, der an Guinea- Bissau, Senegal, Mali, Liberia, Sierra Leone, die Elfenbeinküste und den Atlantik grenzt. Seine Unabhängigkeit erlangte die ehemalige französische Kolonie am 2. Oktober 1958. Ruiniert wurde das Land in den letzten Jahrzehnten trotz seiner Bodenschätze vor allem durch kommunistische Experimente und die blutige Diktatur Sékou Tourés. Bedingt durch die Senilität des derzeitigen Präsidenten herrscht weitgehend Agonie in Politik und Gesellschaft.

Geographie

Guinea befindet sich in Westafrika zwischen 7° und 12° nördlicher Breite und 8° und 15° westlicher Länge. Insbesondere der Mittel- und Südostteil des Landes befinden sich auf der Oberguineaschwelle. Ein Teil davon ist das bis 1.537 m hohe Bergland von Futa Djalon in der westlichen Mitte des Landes. Der Mount Nimba, der sich im äußersten Südosten des Landes an der Grenze zur Elfenbeinküste befindet, ist mit 1.752 m der höchste Berg beider Staaten.

Die Lebensräume variieren vom Regenwald im Hochland bis zum Savannen-Grasland.

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):

• Conakry 1.871.185 Einwohner
• Nzérékoré 132.842 Einwohner
• Kindia 117.095 Einwohner
• Kankan 114.103 Einwohner

Bevölkerung

Die in Guinea vorherrschende Religion ist der sunnitische Islam. Neben der Amtssprache Französisch werden Fulbe (Peulh, Fula), Malinke und Susu sowie weitere einheimische Sprachen gesprochen.

Bevölkerung: 9.467.866 (2005)

Alterstruktur:

• 0-14 Jahre: 44,4 %
• 15-64 Jahre: 52,4 %
• 65 Jahre und älter: 3,2 %

Bevölkerungswachstum: 2,37 % (2004)

Ethnische Gruppen: Ful (Felatta) 40 %, Malinke 30 %, Susu 20 %, kleinere ethnische Gruppen (Kissi, Toma, Baga) 10 %

Religion: Muslime 88 %, Christen 5 %, traditionelle Religionen 7 %

Geschichte

Ab dem 18. Jahrhundert gab es im Fouta Djalon, im heutigen Mittelguinea, die Fulbe-Theokratie.

Ab 1850 begannen systematische Kolonisierungsversuche durch Frankreich, die auf zum Teil heftigen Widerstand stießen, vor allem im heutigen Oberguinea unter der Führung von Samory Touré.

1892/1893 wurde das heutige Guinea als Teil Französisch-Westafrikas französische Kolonie.

Am 2. Oktober 1958 entschied Guinea sich in einer Volksabstimmung als einzige französische Kolonie in Afrika für die vollständige Unabhängigkeit. Es folgte die Ausrufung der Ersten Republik mit Sékou Touré als Staatspräsidenten; es kam zum Bruch mit Frankreich.

Im November 1958 nahm man diplomatische Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland auf.

Im November 1970 erfolgten die portugiesische Landung in Guinea und ein Umsturzversuch von Exilguineern, der jedoch scheiterte. Nach dem Tod Sekou Tourés am 26. März 1984 übernahm am 3. April 1984 der Oberst Lansana Conté die Macht, gestützt auf ein Militärkomitee. Es kam zur Proklamation der 2. Republik.

Nach Ausbruch des Bürgerkriegs 1990 in den Nachbarländern Liberia und Sierra Leone kamen Tausende von Flüchtlingen nach Guinea; zeitweise bis zu 700.000. Noch heute (Stand 2004) sind es ca. 150.000.

Am 19. Dezember 1993 wurde in der ersten demokratischen Präsidentschaftswahl General Lansana Contée als Präsident bestätigt. Es folgte die Ausrufung der 3. Republik im Januar 1994.

In den darauf folgenden Jahren kam es zu Aufständen, die im Februar 1996 in die Niederschlagung einer Militärrevolte gipfelten.

Am 18. Dezember 1998 wurde Präsident Lansana Contée mit 54 % der abgegebenen Stimmen für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt, wobei die Oppositionsparteien allerdings von massivem Wahlbetrug sprechen. Schon tags darauf werden mehrere Oppositionspolitiker verhaftet. Contée ernennt am 8. März 1999 den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Lamine Sidimè vom Parti de lunité et du progrès (PUP), zum neuen Regierungschef.

Von September 2000 bis März 2001 wehrte man Angriffe sierraleonischer und liberianischer Rebellen auf das guineische Staatsgebiet ab.

Im November 2001 wurden durch ein umstrittenes Referendum zur Verfassungsänderung, u. a. die rechtlichen Voraussetzungen für einen Verbleib von Staatspräsident Lansana Contée im Amt über 2003 hinaus geschaffen.

Bei einem Gipfeltreffen der Staatspräsidenten von Guinea, Liberia und Sierra Leone in Rabat im Februar 2002, wurden Wege zur Beilegung des Regionalkonflikts erörtert.

Im Juni 2002 endeten die von wichtigen Oppositionsparteien boykottierten, nicht demokratisch verlaufenen Parlamentswahlen mit einem klaren Sieg der Präsidentenpartei PUP.

Bildung

In Guinea herrscht eine Analphabetenquote von 70 %, die Einschulungsrate im Primärschulbereich liegt bei etwa 50 %, im Sekundärbereich bei 10 % und im Hochschulbereich bei 1 %.

In Guinea gibt es zwei Universitäten, in der Hauptstadt Conakry und in Kankan, bei denen insgesamt etwa 6.000 Studenten eingeschrieben sind.

Verwaltung

Guinea wird inoffiziell in die Regionen Niederguinea, Oberguinea, Fouta Djalon und Waldguinea, offiziell aber in 33 Präfekturen und die Sonderzone Conakry eingeteilt. Die Präfekturen sind:

Beyla, Boffa, Boké, Coyah, Dabola, Dalaba, Dinguiraye, Dubréka, Faranah, Forécariah, Fria, Gaoual, Guéckédou, Kankan, Kérouané, Kindia, Kissidougou, Koubia, Koundara, Kouroussa, Labé, Lélouma, Lola, Macenta, Mali, Mamou, Mandiana, Nzérékoré, Pita, Siguiri, Télimélé, Tougué und Yomou.

Wirtschaft

Guinea gehört zu den ärmsten und industriell am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. Einige Kennziffern der Wirtschaft Guineas:

• Anteil der Wirtschafstsektoren an der Gesamtwirtschaft
• Landwirtschaft: 24 %
• Industrie: 31 %
• Dienstleistungen: 45 %
• Bruttosozialprodukt pro Kopf: 430 Euro
• Durchschnittl. Jahreseinkommen je Einwohner: 190 Euro
• Inflation: 3,5 %
• Bodenschätze in Guinea: Bauxit, Uran, Diamanten
• Wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse: Kaffee, tropische Früchte, Fisch, Holz

Nationalfeiertag: 2. Oktober

Bekannte Personen aus Guinea

  • Sékou Touré 1922-1984 (erster Präsident von Guinea)
  • Sona Diabaté (Musikerin)
  • Mory Kanté (Musiker)
  • Famoudou Konaté und Mamady Keïta (bekannteste Djembéfola - Meister der Djembetrommel - auch als Lehrer in Deutschland aktiv)
  • Miriam Makeba (südafrikanische Exilantin, Musikerin)
 

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