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Ghana

GhanaGhana (früher Goldküste), liegt in Westafrika und grenzt an Côte d'Ivoire, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantik). Der Volta- See ist der größte Binnensee Ghanas.

Geographie

Die 540 Kilometer lange Küste ist wenig gegliedert. Von der Küstenniederung steigt das Land zum Hochland von Ashanti an (300 800 m. ü. M.). Nordöstlich schließt das Voltabecken an. Das Land entwässert größtenteils über den Volta, der in seinem Unterlauf durch den Akosombo-Staudamm zum größten Stausee der Erde aufgestaut wird. Die nördlichen Gebiete zählen bereits zur Großlandschaft Sudan.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Norden um 1.000 mm, im westlichen Küstenabschnitt bis zu 2.200 mm. Bei Accra erreicht sie kaum 800 mm. Nur im feuchtheißen Südwesten wächst Regenwald, der in regengrünen Feuchtwald übergeht. Die Waldbestände sind durch die fortschreitende Rodung bedroht. Landeinwärts folgen Feuchtsavanne und Trockensavanne.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):

• Accra 1.963.460 Einwohner
• Kumasi 1.468.797 Einwohner
• Tamale 360.644 Einwohner und
• Tema 353.556 Einwohner.

Vegetation

In Ghana überwiegen drei verschiedene Vegetationszonen. Der tropische Regenwald und der Feuchtwald befinden sich im Südwesten des Landes, der Norden und der mittlere Teil des Landes sind von der Feuchtsavanne gezeichnet, die in Baum- und Grasssavanne unterteilt wird. Ausserdem besteht ein schmaler Streifen der Küste auch noch als Küstensavanne. Im immergrünen tropischen Regenwald findet man die üppigste Vegetation des Landes. Er ist sehr artenreich, und die durch das ganze Jahr konstante Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit fördern das Pflanzenwachstum sehr. Die Fläche an tropischem Regenwald betrug ursprünglich 85'000 km², innerhalb von 50 Jahren schrumpfte diese ansehnliche Zahl um mehr als die Hälfte auf 40'000 km².

Bevölkerung

Die wichtigsten ethnischen Gruppen Ghanas sind Akan, Moshi-Dagomba, Ga-Adangme, Gurma, Ewe und Yoruba. In Ghana herrscht eine große Sprachvielfalt mit ungefähr 46 Sprachen; die Amtssprache ist Englisch. siehe Sprachen Ghanas Die Mehrheit der Bevölkerung, rund 60%, hat den christlichen Glauben.

Daneben existieren vor allem im Norden Minderheiten von Muslimen (über 23% der Bevölkerung) und Anhängern indigener Religionen (etwa 16% der Bevölkerung).

Die Lebenserwartung lag 2002 bei Männern bei 55,3 Jahren und bei Frauen bei 57,9 Jahren. Das Pro- Kopf-Einkommen (BSP) lag bei etwa 300 Euro.

Soziale Situation

Die vorherrschende Gesellschaftsstruktur ist die Großfamilie, die einerseits für jeden Hilfe und Unterstützung bereithält und ihn bei Problemen auffängt, andererseits aber auch ihren Zoll verlangt, und viele müssen bis zur Hälfte ihres Lohnes an die Familie abtreten. Diese Strukturen weichen allerdings in den Städten immer mehr auf und oft findet man schon Kinder, die von ihren Eltern nicht mehr versorgt werden.

Im ganzen Land ist eine starke Wanderung Richtung Süden zu spüren. Jugendliche aus der Zentralregion Ghanas ziehen nach Accra und Tema, um dort Arbeit zu finden, während Jugendliche aus den nördlichen Gebieten Zuflucht in Städten wie Kumasi und Sunyani suchen. Da ihr Ausbildungsstand meistens gering und das Arbeitsangebot begrenzt ist, landen sehr viele dieser Jugendlichen auf der Straße. Der Ausbildungsstand der Bevölkerung ist insgesamt relativ niedrig. Es besteht eine 8-järige Schulpflicht, dennoch sind immer noch um die 9,5 % der Bevölkerung Analphabeten.

Geschichte

Der moderne Staat Ghana hat seinen Namen vom alten Reich Ghana, das geographisch einige tausend Kilometer nordwestlich gelegen war und in keiner historischen Kontinuität zum modernen Staat Ghana steht. Auf dem Gebiet des heutigen Staates Ghana bestanden in vorkolonialer Zeit mehrere große Reiche bzw. Föderationen, z.B. das Ashantireich in Zentral- Westghana, das erst Anfang des 20. Jahrhunderts endgültig von den britischen Kolonialherren bezwungen wurde, das Königreich der Dagomba in Nordghana und die Föderation der Fanti im Süden.

An der Goldküste genannten Küste Ghanas reihten sich seit dem 17. Jahrhundert die befestigten Niederlassungen europäischer Mächte (Portugiesen, Engländer, Niederländer, Brandenburger, Schweden, Dänen) in einer Dichte aneinander, wie in keinem anderen Gebiet Afrikas. Groß Friedrichsburg in Princess Town z.B. war im 17. Jahrhundert eine brandenburgisch-preußische Kolonie bzw. befestigte Niederlassung.

Um 1820 übernahm das Colonial Office die britischen Handelsposten an der Goldküste. Es gab Abkommen mit dem Volk der Fanti, die gegen die Ashanti aus dem Binnenland verteidigt wurden. Im Jahr 1874 erklärten die Briten den Küstenstreifen zur Kronkolonie. Das Ashantiland im Innern des Landes und auch die Nordterritorien nördlich davon wurden endgültig 1901 annektiert und vom Gouverneur, dessen Residenz in Accra war, direkt verwaltet. In manchen Küstenstädten wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts indigene Gemeinderäte zugestanden.

1925 kam es unter Gouverneur Gordon Guggisberg zu einer Verfassungsreform. Im Ashantiland und in den Nordterritorien wurde die 'Indirect Rule' eingeführt. Die dortigen Häuptlinge waren dem Gouverneur in Accra direkt unterstellt. In der eigentlichen 'Colony' an der Küste wurde ein Legislativrat mit 29 Mitgliedern eingeführt, in welchem erstmals neun Afrikaner vertreten waren.

Im Zweiten Weltkrieg nahmen über 40.000 Soldaten aus der Goldküste auf der Seite des British Empire teil. Der Großteil davon wurde in Südostasien eingesetzt.

Durch die sogenannte 'Burns-Constitution' wurden 1946 den Nordterritorien und dem Ashantiland Sitze im Legislativrat zugesprochen. Die Stellung der Häuptlinge wurde dadurch weiter gestärkt.

1947 bildete sich die 'United Gold Coast Convention', zu deren Sekretär Kwame Nkrumah ernannt wurde. Dieser und weitere Führer der UGCC werden ein Jahr später nach Unruhen in Accra vorübergehend inhaftiert. Dieses Jahr kann als Wendepunkt in der ghanaischen Geschichte angesehen werden. Die von Großbritannien eingerichtete 'Coussey-Kommission' schlug vor, eine von der Bevölkerung gewählte Kammer einzurichten, um den Weg zur Selbstverwaltung zu ebnen.

In den folgenden zwei Jahren machte vor allem die Nationalbewegung um Kwame Nkrumah - der sich inzwischen von der UGCC getrennt und die 'Convention People's Party' (CPP) gegründet hatte - von sich reden. Sie organisierte Boykotte, Streiks und forderte in von Großbritannien 'Self-Government Now!'. 1950 wurde Nkrumah von den Briten inhaftiert. Dennoch konnte die CPP bei den anstehenden Wahlen einen großen Sieg erringen. 1951 gewann sie die Wahlen mit überwältigender Mehrheit. Nkrumah wurde von Gouverneur Arden-Clarke (1949-57) freigelassen und umgehend in die Regierung aufgenommen. Seit 1952 war er Premierminister.

Der Weg in die Unabhängigkeit sechs Jahre später war geebnet. 1954 wurden die Nord-Territorien der Kolonie Goldküste einverleibt.

Am 6. März 1957 wurden die Goldküste und das Aschantiland als Ghana unter Premierminister Nkrumah unabhängig. Nach einer Volksabstimmung trat das britische Mandatsgebiet Britisch-Togoland, also der seit dem Ende des Ersten Weltkriegs unter britischer Verwaltung stehende Teil der ehemaligen deutschen Kolonie Togo, dem neuen Staat bei. Die Verbindungen nach Großbritannien wurden jedoch nicht gekappt. Als erstes schwarzafrikanisches Land wurde es volles Mitglied im Commonwealth of Nations. Der Staatsmonopolismus führte indes zu wirtschaftlichen Problemen und Korruption.

1966, 1972, 1978 und 1979 kam es jeweils zu einem Militärputsch, auch diese Regierungen wurden den Schwierigkeiten nicht Herr. 1981 putschte der Fliegerleutenant Jerry Rawlings, nachdem er zwischenzeitlich die Macht an eine demokratisch gewählte Regierung zurückgegeben hatte, ein zweites Mal und herrschte zunächst autokratisch-diktatorisch. Während seiner Herrschaft verhalf er Ghana u.a. mit Hilfe der Weltbank wieder zu wirtschaftlicher Stabilität. 1992 gab er Ghana eine demokratische Verfassung, in der freie Wahlen, Meinungs- und Pressefreiheit, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Gleichheit vor dem Gesetz garantiert werden. Die von der UNO festgeschriebenen Menschenrechte werden ebenso anerkannt. Nach den Wahlen 1993 und 1996 herrschte Rawlings als gewählter Präsident weiter. Nachdem er nach der Verfassung bei den Wahlen 2000 nicht ein drittes Mal antreten durfte, gewann John Agyekum Kufuor die Wahl gegen den früheren Vizepräsidenten Atta Mills. Kufour wurde bei den letzten Wahlen im Dezember 2004 im Amt bestätigt.

Flagge

Sie wurde 1957 eingeführt und am 28. Februar 1966 (nachdem sie ausgesetzt wurde) wiederhergestellt. Die Farbe Rot erinnert an das im Freiheitskampf vergossene Blut, Gelb an die Bodenschätze, Grün steht für die Wälder und Felder. Der schwarze Stern gilt als Leitstern der afrikanischen Freiheit.

Wirtschaft

Das Bruttosozialprodukt hatte im Jahr 2002 eine Höhe von 4,7 Mrd. Euro. Es wuchs im Jahr 2003 real um 5,2 % bei einer Inflationsrate von 23,6 %. Die wirtschaftliche Gesamtsituation hat sich seit dem Jahr 2001 etwas stabilisiert. Die Regierung schloss sich dem Entschuldungsprogramm der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die am höchsten verschuldeten Länder an. Die Wirtschaftspolitik gilt als schlüssig. Ghana ist weltweit der zweitgrößte Produzent von Kakao.

Kultur

Die ghanaische ist ein sehr harmonieorientierte Gesellschaft, welche Konfliktvermeidung betont. Aggressionen sind unüblich. Das Christentum spielt eine bedeutende Rolle. Die politische Kultur ist durch einen diplomatischen Habitus geprägt. Politiker übernehmen vor allem eine moralisch predigende Rolle und starten zahlreiche Projekte zur Verbesserung des Entwicklungsstandes. Wirtschaftlich führend sind vor allen Dingen libanesische Immigranten.

In Ghana gibt es eine Vielfalt verschiedener Sprachen (siehe Sprachen Ghanas).

Verwaltungsgliederung

Ghana gliedert sich in zehn Regionen. Diese sind (in Klammern die Hauptstadt):

Ashanti (Kumasi), Brong Ahafo (Sunyani), Central (Cape Coast), Eastern (Koforidua), Greater Accra (Accra), Northern (Tamale), Upper East (Bolgatanga), Upper West (Wa), Volta (Ho) und Western (Takoradi).

 

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