Gabun
Gabun (frz.: Le Gabon) liegt in Zentralafrika. Es grenzt an Kamerun, Äquatorialguinea und die Republik Kongo, sowie an den Golf von Guinea. Gabun liegt bei 1° 00' Süd und 11° 45' Ost. Der Äquator verläuft durch das Land. Nationalfeiertag ist der 12. März.
Geographie
Gabun liegt an der westlichen Atlantikküste Zentralafrikas, von wo es sich in östliche Richtung bis kurz vor das Kongobecken erstreckt. Seine Küstenlänge beträgt 885 km. Das westliche Küstentiefland steigt nach etwa 200 Kilometern stufenförmig bis zur Niederguineaschwelle im Osten an.
Größter Fluss des Landes ist der Ogooué, der sich mit seinen zahlreichen Nebenflüssen tief in die Geländekontur des Hochlands eingeschnitten hat. Höchster Berg des Landes und gleichzeitig der Niederguineaschwelle ist mit seinen 1.575 m der Mont Iboundji im Massif du Chaillu.
In Gabun gab es den bisher einzigen bekannten natürlichen Kernreaktor, den Naturreaktor Oklo.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Libreville 578.156 Einwohner, Port-Gentil 109.163 Einwohner, Masuku 42.967 Einwohner, Oyem 30.870 Einwohner und Moanda 30.151 Einwohner.
Bevölkerung
Die Mehrheit der Bevölkerung sind Angehörige von Bantu-Völkern. Des Weiteren leben zu 1,5% Pygmäen sowie ungefähr 60.000 Franzosen, zumeist in den Städten, in Gabun.
Religion
Etwa 50% der Einwohner sind Christen (ca. 45% Katholiken, 5% verschiedene protestantische Kirchen). Die übrige Bevölkerung hängt indigenen Religionen, vor allem dem Bwiti, an. Eine kleine Minderheit mit 8% bekennt sich zum Islam, seit 1998 Tendenz steigend.
Geschichte
Am 17. August 1960 erlangt Gabun die Unabhängigkeit von Frankreich. Die Gründung der Parti Démocratique Gabonais (PDG) erfolgt am 12. März 1968. Seit der Unabhängigkeit 1960 durch autokratische Präsidenten regiert, führte Gabun in den 1990er Jahren ein Mehrparteiensystem ein und verabschiedete eine neue Verfassung, welche eine Reform der Regierungsorganisationen und transparentere Wahlen ermöglichte.
Die relativ kleine Bevölkerung, die enormen Rohstoffvorkommen und die beträchtliche Hilfe des Auslands machten Gabun zu einem der wenigen florierenden Staaten Afrikas. Lambaréné in Gabun beherbergt das von Albert Schweitzer begründete und bis zu dessen Tod 1965 von diesem geleitete Urwaldkrankenhaus.
Wirtschaft
Gabun ist einer der rohstoffreichsten Staaten Afrikas, mit erheblichen Erdölreserven vor der Küste. Dementsprechend zählen zu seinen Hauptexportgütern Rohöl und Erdölprodukte, auf die ca. 80 % seiner Exporteinnahmen entfallen. Im Landesinneren werden Mangan, Uran und Gold gefördert.
Weiterhin gehört Gabun zu den größten Tropenholz-Exportländern Afrikas - ca. 80 % der Landesfläche sind von tropischem Regenwald bedeckt. Ferner werden für den Export Kaffee, Kakao, Gummi, Palmöl und Zucker angebaut. Der Anbau von Grundnahrungsmitteln dient vor allem dem Eigenbedarf, kann diesen jedoch nicht vollständig decken. Die wichtigsten Handelspartner sind die USA und Frankreich.
Das Bruttosozialprodukt beträgt 3.760 Euro je Einwohner. Gabun ist somit eines der reichsten Länder Schwarzafrikas. Dennoch herrscht eine hohe Staatsverschuldung, die Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds über ein Strukturanpassungsprogramm notwendig erscheinen ließen.
Verwaltung
Gabun gliedert sich in folgende neun Provinzen (in Klammern die jeweilige Hauptstadt):
Estuaire (Libreville), Haut-Ogooué (Franceville), Moyen-Ogooué (Lambaréné), Ngounié (Mouila), Nyanga (Tchibanga), Ogooué-Ivindo (Makokou), Ogooué-Lolo (Koulamoutou), Ogooué-Maritime (Port-Gentil) und Woleu-Ntem (Oyem).