Brennerpass
Der Brenner (auch Brennerpass, italienisch Brennero) ist ein wichtiger Grenzpass in den Ostalpen zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und dem zu Italien gehörenden Südtirol (Autonome Provinz Bozen-Südtirol).
Er ist die meistbefahrene Verbindung zwischen Österreich und Italien und auch für Süddeutschland von großer Bedeutung. Im Gegensatz zu den Schweizer Pässen liegt das Schwergewicht hier nicht auf der Eisenbahn, sondern im Straßenverkehr. Der Brenner ist mit 1.374 m über dem Meeresspiegel der niedrigste Pass des Alpenhauptkamms in den Zentralalpen.
Brennerachse
Die Brennerroute ist zwar der wichtigste Übergang zwischen beiden Hälften Tirols, aber heute für den internationalen Verkehr von wesentlich größerer Bedeutung als für das in Nord-Süd-Richtung relativ schmale Tirol.
Die Verkehrsverbindung umfasst:
Die Brenner-Route verbindet München und Innsbruck (575 m) über Bozen (262 m) mit der Poebene. Zusätzlich soll bis zum Jahr 2015 ein langer Eisenbahntunnel fertiggestellt sein, der Brennerbasistunnel (BBT). Er soll die Alpen in einer Länge von etwa 70 km zwischen Innsbruck und Franzensfeste unterqueren. An der Finanzierung wird sich die EU beteiligen, doch über das Ausmaß und die Problematik des enormen Transitverkehrs wird noch verhandelt.
Geographie
Der Brenner und die von ihm nach Osten und Westen verlaufenden Gebirgsketten bilden die Wasserscheide zwischen der Sill (siehe auch Wipptal) und dem Eisack - und damit die Hauptwasserscheide zwischen der Adria und dem Schwarzen Meer. Regional trennt diese Wasserscheide die Einzugsgebiete der großen Nordalpenströme Inn und Donau vom Gebiet südlich des Alpenhauptkamms (Trient-Südtirol und Oberitaliens, das hauptsächlich von der Etsch (italienisch Adige) und dem Po entwässert wird.
Geschichte
Schon in der Steinzeit gab es Wege, die über den Brenner führten (der Eismann Ötzi verunglückte vor 5.300 Jahren 50 km westlich auf 3.200 m). Die Römer bauten die alten, unbefestigten Pfade aus und errichteten befestigte Straßen, die jedoch relativ schmal und teilweise auch sehr steil waren.
Aufgrund der guten Bauweise und des Unterbaus hielt sich die Handelsroute in Teilen bis ins Mittelalter, allerdings machte der zunehmende Verfall auf vielen Abschnitten nur mehr den Transport mit Saumtieren möglich. Die enge Schlucht des Eisacks nördlich von Bozen (Kunterschlucht) war völlig weglos geworden; Reisende und Transporte mussten bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts südlich von Brixen über das Ritten- Massiv ausweichen.
Wie alle anderen Alpenpässe war auch dieser nicht ungefährlich: Hochwasser im Sommer, Lawinen im Winter machten die Alpenquerung unsicher. Erst 1777 baute Kaiserin Maria Theresia die Römerstraße aus, 90 Jahre später (1867) wurde die erste Eisenbahnlinie fertiggestellt.
1957 begann der Bau der Europabrücke - und somit die Umsetzung des Pionierprojektes Brennerautobahn. Am 17. November 1963 wurde die Autobahn für den Verkehr freigegeben.
Etymologie
Im Altertum war der Brenner ein wichtiges Glied der Bernsteinstraße, die von der Ostsee an die Adria führte. Der Name Brenner stammt vom damaligen Handel mit dem (brennbaren) Bernstein, der über mehrere Alpenpässe abgewickelt wurde.
Zahllose Städte und Gebirgspässe verweisen auf den Handel mit Bernstein, u. a. Bern, Brandenburg, Braunschweig, Brunsbüttel usw.
Zusammen mit dem Brennerpass sind fast ein Drittel der Alpenüberquerungen mit Zugang zu Italien Bernsteinpässe. Diese Brenner-Pässe sind am Wortstamm Bern oder Bren leicht zu identifizieren. Jeder Bernsteinpass ist Teil der wichtigen Nord-Süd-Verbindungen der Bernsteinstraßen:
• Kleiner St. Bernhard (Isèretal-Turin)
• Großer St. Bernhard (Rhônetal-Turin)
• Lukmanierpass am Fluss Brenno (Rheintal-Mailand)
• San-Bernardino-Pass (Rheintal-Mailand)
• Berninapass (Inntal-Mailand)
• Brennerpass (Inntal-Wipptal-Etschtal)