Reisemedizin: Was ist während der Reise zu beachten?
Malariaprophylaxe:
Gemäss Untersuchungen nehmen gegen vierzig Prozent der Traveller in Gebieten, die den Schutz einer konsequenten Malaria-Chemoprophylaxe erfordern, diese Medikamente nicht korrekt ein. Dabei wird oft vergessen, dass es ohne Vorsichtsmassnahmen und auch ohne typische Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost zur Erkrankung kommen kann, die im schlimmsten Falle zum Tod führt. Bei jedem Fieberzustand, auch nach der Reise, muss an Malaria gedacht werden. In Gebieten mit hohem Malariavorkommen müssen nebst der konsequenten Einnahme von Malariamedikamenten Mückenstiche verhindert werden. Repellents, die DEET enthalten (u.a. Antibrumm, Autan), Mückennetze, lange Kleidung in den Abendstunden und Insektizide sind wirksam.
Durchfallerkrankungen:
Reisedurchfall trifft vor allem jene, die die Rege
l "boil it, cook it, peel it - or forget it!"
nicht beachten. Wasser soll nur gekocht (fünf Minuten), eventuell gefiltert, nach Zusatz von geeigneten Desinfektionsmitteln oder aus originalverschlossenen Flaschen getrunken werden.
Konsequenter Verzicht auf Leitungswasser, Eiswürfel, Eiscreme, Fruchtsäfte, Salate, rohes Gemüse und rohe Meeresfrüchte.
Geniessen Sie besonders zu Beginn der Reise einheimisches Essen nur in kleinen Mengen und nur gekocht oder durchgebraten.
Bei beginnender Durchfallerkrankung sofort für ausreichenden Flüssigkeits- und Salzersatz sorgen. Nach 24 Stunden anhaltenden fieberhaften Durchfällen eventuell mit Antibiotika (z. B. Chinolone) behandeln. Bessert sich der Durchfall mit Antibiotika nicht, sollte eine besondere Behandlung und ärztliche Abklärung (Amöben?) erfolgen. Antibiotika und Amöbenmedikamente sind nur durch ärztliche Verschreibung erhältlich.
Infektionskrankheiten:
Jeden Kontakt mit Blut oder Fäkalien vermeiden (zu beachten auch bei Akupunktur, Ohrdurchstechungen, Tätowierungen usw.).
Barfussgehen vermeiden zum Schutz vor Parasiten und Tieren.
Kein Baden, auch kein Händewaschen oder ähnliches in Süsswasserseen und langsam fliessenden Gewässern (Bilharziosegefahr). Salzwasser und chlorierte Swimmingpools dagegen sind sicher.
Ein einziger ungeschützter Sexualkontakt kann zur Infizierung mit dem Aids-Virus, Tripper, Syphilis und anderem mehr führen. Einen relativen Schutz bietet nur das richtig angewandte Präservativ von guter Qualität.
Nach einem Biss eines streunenden Hundes oder einem anderen Säugetier in den Tropen, muss die Wunde mit Seife und Wasser ausgewaschen und anschliessend desinfiziert werden. Gleichentags sollte eventuell mit der aktiven Tollwutimpfung begonnen werden. Wenn noch nie eine Tollwutimpfung zuvor erfolgte, zusätzlich auch eine passive Impfung.
Hautpilz wird durch die feuchtwarmen Bedingungen in der Fuss-, Leisten-, Genital und Analregion begünstigt. Die Symptome der Pilzinfektion wie Hautrötung und Juckreiz sprechen auf eine Behandlung mit Antipilz-Creme und gegebenenfalls Zäpfchen an.
Alle Hautverletzungen (Insekten, Schürfungen usw.) müssen rasch desinfiziert und dann trocken behandelt werden, um Iangwierige Eiterungen zu verhindern.
Unfallgefahr verringern Sie durch bedachtes Verhalten. Meide beispielsweise Motorradfahren ohne Helm und nächtliche Langdistanzfahrten, sicherer ist auch das Sitzen auf den Rücksitzen eines Taxis.
Vertraue auf deinen gesunden Menschenverstand, wenn du dich auf etwas einlässt. Denken Sie immer an die mögliche Signalwirkung Ihres Verhaltens.
Was ist nach der Reise zu beachten
Suche nach der Rückkehr deinen Hausarzt zu einer Nachuntersuchung auf.
Bei Fieberanfällen nach der Rückkehr solltest du sofort einen Arzt aufsuchen - Malariaverdacht!
Umgang mit der Sonne
Um sich wirksam gegen die Sonneneinstrahlung zu schützen, gehören auf jeden Fall ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor, ein Sonnenhut und eine Sonnenbrille ins Gepäck. Achten Sie darauf, sich bereits ca. eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad einzucremen und verzichten Sie in der Mittagszeit (ca. 11 bis 15 Uhr) auf direkte Sonne. Je nach Hauttyp empfiehlt sich ausserdem eine zeitliche Begrenzung der direkten Sonnenbestrahlung auf 10 (helle Typen ohne Vorbräunung) bis 30 Minuten (dunkle Haupttypen). Diese Regeln gelten sowohl für den Sommer als auch im Winter.
Wer trotzdem von einem Sonnenstich oder Hitzeschlag getroffen wird (Merkmale sind Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit), sollte sich in den Schatten oder ins Haus zurückziehen, sich hinlegen, sich lauwarm duschen oder waschen und viel trinken.
Mit jedem Sonnenbrand steigt die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken! Beachten Sie diesen Grundsatz für sich selbst undbesonders für Kinder unter fünf Jahren.
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