Zahlen & Fakten aus der Unfallforschung
Eine Studie des Verkehrstechnischen Instituts der Deutschen Versicherer (VTIV) im GDV von rund 500 Motorradunfälle zeigte: In 65 Prozent der Unfälle konnten die Motorradfahrer vor der Kollision reagieren: 15 Prozent wichen dem Hindernis bzw. Unfallgegner aus, 50 Prozent bremsten. Mit einer modernen Bremsanlage (Kombi und ABS) können bereits hier der Bremsweg verkürzt und der Sturz vermieden werden.
In ca. 20 Prozent der Fälle kam es vor der Kollision zum Sturz durch ein überbremstes Vorderrad. Fast alle (93 Prozent) dieser Stürze wären mit ABS nicht passiert. Auch wenn der Bremsweg nicht ganz ausreicht, die Kollision zu verhindern, hilft eine kontrollierte und stabile Bremsung, (ohne Sturz) Geschwindigkeit abzubauen und so die Aufprallgeschwindigkeit zu reduzieren, wodurch die Unfallschwere gemindert wird.
Die GDV-Unfallforscher untersuchten auch Art und Schwere der Verletzungen bei den verunglückten Motorradfahrern. Die Analyse zeigt: Bei Unfällen mit Sturz steigt die Verletzungsschwere deutlich an. So ist das Risiko, getötet zu werden, mehr als doppelt so hoch, das Risiko lebensgefährlich verletzt zu werden, etwa dreimal so hoch.
Nach Angaben der Experten lassen sich durch ABS etwa 85 Prozent der Stürze, die zu schweren Verletzungen führen, beim Bremsen verhindern.
Insgesamt, so schätzen die Unfallforscher des VTIV, dass alleine durch ABS pro Jahr 70 tödlich verunglückte Motorradfahrer und 3.000 Verletzte verhindert werden können.