Motorrad ABS-Systeme im Überblick
Auf die Regelung der Bremsleistung vorne und hinten unabhängig voneinander setzen Yamaha und das Bosch ABS, wie es auch BMW in der F650 und Ducati in der ST4S einsetzen. Per Handhebel wird dabei ausschließlich die Vorderradbremse aktiviert, der Fußhebel wirkt dagegen nur auf das Hinterrad. Dabei stellt eine zentrale Rechnereinheit fest, ob an einem der der beiden Räder eine Blockade droht und öffnet im Druckmodulator ein Ventil, das Druck in den jeweiligen Bremskreis vermindert. Daraufhin öffnet sich die Bremszange, und das Rad kann weiterdrehen.
Ähnlich arbeitet das ABS, das von Honda eingesetzt wird. Auch hier muss der Fahrer unbedingt beide Bremsen voll betätigen um maximal zu verzögern. Abgesehen von der unterschiedlichen Auslegung der Bremsanlage bietet der japanische Hersteller sein ABS-System allerdings auch in Kombination mit dem Combined-Brake-System (CBS) an. Dieses regelt die Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad in einem festgelegten Rahmen durch das Steuerventil.
Ein System, das aus dem Rahmen fällt, ist das ABS III von BMW. Hier erzeugt eine kleine bremskraftverstärkende Hydraulik den Aufbau des Bremsdrucks in den Bremszangen. Bei Modellen mit Teilintegrationssystemen genügt in allen Fällen die kräftige Betätigung des Handhebels um maximal zu verzögern. Bei Maschinen mit Vollintegralsystem reicht alternativ auch die alleinige Betätigung des Fußhebels. Denn hier ist es egal, welcher Hebel betätigt wird, es steht immer die volle Bremsleistung zur Verfügung. Großes Plus: Das System ist lernfähig. Sollte bei der ersten Bremsung im ABS-Regelbereich eines der Räder blockieren, passt das System noch während dieser ersten Bremsung die Verteilung der Bremskraft zwischen vorn und hinten an und speichert diese Einstellung, bis die Zündung ausgeschaltet wird.