Häufige Fragen zu ABS (Motorrad)
1. Hilft ein ABS auch auf trockener Straße oder nur bei Nässe?
Die heutigen ABS Systeme sind so gut, dass sie auch auf trockener Straße in aller Regel zu kürzeren Bremswegen führen als auch ein guter Fahrer erreichen kann.
2. Merke ich bei einem modernen ABS noch, wenn die Regelung einsetzt?
Das ist schwieriger geworden, da das Pulsieren im Bremshebel längst nicht mehr so stark spürbar ist, wie bei den ABS Anlagen der ersten Generation
3. Nützt ein ABS auch beim Bremsen in der Kurve?
Ja und nein. Ja, weil man mit ABS in der Notsituation ohne Sturzgefahr bis in die Kurve hinein voll verzögern kann, nein, weil es ein Wegrutschen des Rades bei voller Schräglage, also bei Ausnutzen der gesamten Reibung zwischen Rad und Fahrbahn für die Seitenführung und dann betätigter Bremse nicht verhindern kann. Das ABS kann die Gesetze der Physik schließlich nicht außer Kraft setzen. Wichtig ist aber: ein ABS schadet in der Kurve nicht, macht also die Bremsung in keinem Fall schlechter.
4. Warum haben Rennmaschinen kein ABS?
Weil Rennfahrer nicht in Notbremssituationen kommen wie der Straßenfahrer. Der Rennfahrer weiß genau, wann und wo er bremsen muss. Er trainiert dies vor dem Rennen intensiv und legt sich genau die Bremspunkte vor jeder Kurve fest. Der Straßenfahrer weiß aber eben dies nicht, er muss in der Schrecksituation zur Vermeidung eines Unfalls manchmal völlig unvorbereitet voll bremsen, um eine Kollision zu vermeiden. Dazu kommt, dass der Rennfahrer sehr auf das Gewicht seiner Maschine achten muss und insofern die zusätzliche Masse des ABS vermeidet.
5. Kann ich beim Kauf eines Motorrades mit ABS auf eine Kombination der beiden Bremsen (CBS oder Integralbremse) verzichten?
Das hängt vom Fahrstil ab. Wer trainiert hat, beim Bremsen immer und zu jeder Zeit beide Bremsen zu betätigen, kommt mit dem ABS aus. Er kann beide Bremsen ohne Blockiergefahr voll nutzen und so optimale Bremswege erzielen. Wer jedoch aus Gewohnheit oder aus Vorliebe nur eine Bremse benutzt und infofern in der Gefahr steht, dies auch in einer Notsituation zu tun, dem ist eine Kombination von ABS und Kombibremse zu empfehlen. Dann steht auch beim Betätigen nur einer Bremse die volle Bremswirkung zur Verfügung.
6. Kann ich beim Kauf eines Motorrades mit einer Kombibremsanlage (Integral- oder CBS Anlage) auf ein ABS verzichten?
Nein, das ist nicht zu empfehlen. Das Kombibremssystem hilft zwar in der Normalsituation, beim Betätigen nur einer Bremse die volle mögliche Bremsleistung zu erzielen, verhindert aber nicht das Blockieren der Bremsen beim zu heftigen Betätigen. Eine besondere Gefahr ergibt sich dann, wenn der Fahrer bei einer Vollbremsung das Vorderrad blockiert und darauf durch Lösen nur der Handbremse reagiert. Es kann nämlich passieren, dass der über das Kombisystem von der Hinterradbremse aus aufgebrachte Bremsdruck an der vorderen Bremse anliegende Druck ausreicht, das Blockieren beizubehalten. So kann es auch bei gelöster Handbremse zum Sturz kommen.
7. Ich möchte mit meinem Motorrad auch im Gelände und auf Schotterpässen fahren. Macht da ein ABS Sinn?
Für Mischnutzung eines Motorrades auf der Straße im Verkehr und abseits der Straße im Gelände empfiehlt sich ein abschaltbares ABS, das aber mit einer Warnlampe kombiniert sein sollte.
8. Ich möchte bald den Motorradführerschein machen. Mein Fahrlehrer hat ein Motorrad mit und eines ohne ABS. Auf welchem sollte ich lernen?
Es empfiehlt sich, in der Ausbildung bewusst auf beiden Motorrädern zu üben, um später für unterschiedliche Maschinen gut qualifiziert zu sein.
9. Darf ich meine Führerscheinprüfung auch auf einem ABS Motorrad machen und würde dies im Führerschein vermerkt?
Ja, die praktische Prüfung darf auch auf einem ABS Motorrad abgelegt werden. Dies wird nicht im Führerschein vermerkt. Auch ist die Gültigkeit nicht eingeschränkt, man darf also später auch Motorräder mit konventioneller Bremsanlage fahren. Deshalb empfiehlt es sich, in der Fahrschule auch auf Motorrädern ohne ABS zu üben.
10. Kann ich für das Motorrad, das ich derzeit fahre, ein ABS nachrüsten?
Nein, das geht leider nicht, denn bis heute sind keine Nachrüstanlagen auf dem Markt. Es ist aber zu hoffen, dass sich dies in den nächsten Jahren ändert.